Therapie

Das Wort "Therapie", bzw. der ganze Begriff "Osteopathische Pferde-Physiotherapie", bedarf einer Definition dessen, was ich damit verbinde und was genau ich dabei tue. Es soll keine Erklärung sein, die im Lexikon oder bei Wikipedia steht. Stattdessen möchte ich hier in konkreten Stichpunkten anführen, was meine Arbeit umfaßt.

Beim ersten Termin am Pferd findet eine vollständige Befundung und erste Behandlung statt. Die holistische Vorgehensweise vermeidet eine Symptombehandlung. Auch beim Pferd haben wir es mit einem Organismus-System zu tun, bei dem alles miteinander in Verbindung steht und dessen funktionelle Einheit in Balance sein muss. So kann ein Herumdoktern an einem lahmen Bein sinnlos sein, wenn die Ursache dafür der schadhafte Rücken ist. Oder der Rücken reagiert empfindlich beim Satteln oder Reiten, weil die Hufe nicht stimmig sind - um nur zwei Beispiele aufzuzeigen.

 

Deshalb läuft der erste Termin wie folgt ab:

Adspektion:

Allgemeinzustand, Haltung u. Fütterung

Exterieur, Hufform bzw. Hufzustand, Gliedmaßenstellung, Muskelbild, Traumata, Narben

Palpation:

Muskeltonus, Wärme u. Kälte, Verspannungen, Reaktion des Pferdes auf die Therapeutenhand (Berührung), Auffälligkeiten

Ganganalyse:

die Bewegung des Pferdes auf gerader Strecke und festem Boden im Schritt

sowie alle Gangarten an der Longe

Funktionsprüfung:

präzise Testung der Muskel- u. Gelenkfunktionen

Ausrüstung:

Sattel, Trense, Voltigiergurt, sonstige Hilfsmittel

Reiter:

Nicht selten zeigen sich beim Pferd Störungen oder Defizite, die durch das Reiten oder die Reitweise bedingt sind. Sollte dies in Betracht kommen, ist eine Beurteilung des Pferdes unter der Reiterin empfehlenswert.

 

Die Synthese aller Untersuchungspunkte bietet die Grundlage für eine erste Behandlung. Somit wird der Heilungsprozess eingeleitet.

1-Testung & 2-Feedback
1-Testung & 2-Feedback

 

Ich wende ausschließlich sanfte Therapieformen an und überschreite nie die Schmerzgrenze. Muskelfasern und Faszien sind hochsensible Strukturen. Jede zu feste Einwirkung wirkt traumatisch, d.h. es wird Gewebe geschädigt oder zerstört. Das führt zu einer Entzündungsreaktion und letztendlich zu Narbengewebe.

Ich mobilisiere , aber manipuliere nicht.

Eine "schnelle" Therapie - wie soll das gehen..?

Für die erste Untersuchung mit Behandlung sollten 2,5 bis 3 Stunden eingeplant werden. Die holistisch geprägte osteopathische Therapie hat Heilung von Problemen zum Ziel, die sich meist über längere Zeit entwickelt haben oder vor langer Zeit dem Pferd zugefügt worden sind. Irgendwann ist die Kompensationsfähigkeit des Pferdes erschöpft und ein Symptom wird sichtbar.

In der Regel wird bei der Erstuntersuchung die Ursache gefunden. Problemstellen werden aufgedeckt und der Pferdekörper bekommt Impulse zur Heilung.

Folgebehandlungen und eine gezielte Trainingsunterstützung sind in der Regel sinnvoll.

Danach brauchen die Pferde Zeit, weil die physiologischen Vorgänge der Natur nicht abgekürzt werden

können. Aber auch der Mensch braucht Zeit. Denn es kann durchaus ein noch unbekannter Weg sein, den

er gemeinsam mit dem Pferd gehen sollte - abhängig vom Befund. Vielleicht wird einiges geändert werden müssen, denn sonst hätte das Pferd keine Therapeutin gebraucht.

Ich möchte hier bewusst nichts schön reden. Im Sinne und zum Wohle des Pferdes arbeiten heißt, ganz genau und vorbehaltlos hinschauen. Der Therapeut verhilft dem Pferd dazu, dass die Physiologie wieder funktioniert. Das zu erhalten und zu stabilisieren ist auch Aufgabe des Besitzers - und das ist nicht immer ganz so einfach.

Das kann richtige Therapie bewirken

Hier zwei Beispiele dafür, wie man Pferden in bedenklichem Zustand, mit Behandlungen und Aufbautraining wieder zu sprühender Vitalität verhelfen kann:

 

Als mir die 24-jährige Fuchsstute gebracht wurde, war ihr Exitus offensichtlich nicht mehr fern. Etwa 1,5 Jahre später war sie wieder fit. Erst kurz vor ihrem 30. Geburtstag starb dieses Ausnahmepferd mit beeindruckendem Charakter und bedingungsloser Treue an einem Schlaganfall.

Dem Exitus nahe
Dem Exitus nahe
Mit neu belebter vitaler Anteilnahme
Mit neu belebter vitaler Anteilnahme
Wieder die alte "Pracht-Trakehnerin"
Wieder die alte "Pracht-Trakehnerin"

Die 5-jährige Rappstute erhielt ich zur Therapie. Introvertiert, extreme natürliche Schiefe, Unfall im Fohlenalter, chronische Borreliose, vier unterschiedliche Hufe, noch nicht angeritten, hypertrophe und verspannte Muskulatur, viele Narben, Thoraxrotation und Diagonalverschiebung des Thorax.

Bei der Therapie gab es "das volle Programm": Energiearbeit, Ausleitung der Borrelien mit isopathischen Mitteln und Karde, Arbeit nach dem Longenkurs, gezielte Krankengymnastik, Massage, Faszientechnik, Systemregulierung, Osteopathie, Unterstützung durch meine anderen Pferde, Vertrauensarbeit und viele lange Spaziergänge. Wie man sieht - geht es aufwärts, mit geduldig angewendetem "Pferdewissen"...

Vorher:...es ist alles sooo traurig...
Vorher:...es ist alles sooo traurig...
Heute:...wo geht's denn hier zur Rennbahn..?
Heute:...wo geht's denn hier zur Rennbahn..?

 

 

Pferde

begreifen - behandeln - bewegen

 

Ariane Dienst

Osteopathische

Pferde-Physiotherapeutin

und PTA


 

 

In Rieda 3

27283 Verden (Aller)

 

04231 - 95 62 60

0160 - 84 460 84

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